Stuart James, spezialisiert
auf Blutspurenanalysen und einer der renomiertesten Forensiker der USA,
kann nachweisen, dass die Darstellung der Anklage ueber den toedlichen Schuss
im Auto falsch ist. Die Staatsanwaeltin stellte die Situation so dar, dass
Dieter Riechmann selber aus dem Auto ausgestiegen ist, um seine Freundin
von der Beifahrerseite aus zu erschiessen. Doch dabei unterliefen den Polizeispezialisten
Fehler, die nur von einem Fachmann aufzudecken waren. Das Gutachten von
Stuart James ist ein eindrucksvoller Beleg fuer die vorsaetzlichen Fehler
bei den Polizeiermittlungen: eine wissenschaftliche Analyse der objektive
Tatumstaende, chemische und physikalische Erkenntnisse, Tatort- und Rekonstruktionsfotos.
Genauso aeussert sich der renommierte Gerichtmediziner Prof. Wolfgang Bonte
aus Duesseldorf: "Kein deutscher Rechtsmediziner haette sich gewagt mit
diesem Material vor ein deutsches Gericht zu treten."
Doch die Anklagevertreter gingen noch einen Schritt weiter: Mitte des Jahres
1997 meldete sich ein pensionierter Polizist des Miami Beach Police Department,
der 1987 unter Sergeant Matthews an den Ermittlungen massgeblich beteiligt
war.
Dem Anwalt von Dieter Riechmann offenbarte Officer Hillard Veski, wie ihn
die Staatsanwaltschaft und seine eigenen Kollegen 1988 zu einem Meineid
gezwungen haben, und zwar in einem fuer die These der Anklage entscheidenen
Punkt. Hillard Veski war in eine der zahlreichen Polizeiaffaeren in Miami
verwickelt, beugte sich dem Druck und beginn den Meineid. Als ihm die Tragweite
seiner Falschaussage bewusst geworden war, teilte er dies kurze Zeit spaeter
dem leitenden Staatsanwalt di Gregori mit. Zum Beleg fuer seine Aussage
legte der Polizist Kopien seiner damaligen Tatortaufzeichnungen vor. Doch
der Staatsanwalt liess dieses Material verschwinden. Die blutverschmierte
Taschenlampe ist im Prozess als Beweisstueck niemals aufgetaucht. Fotos
vom Inhalt des Kofferraums, die die Version der Polizei bestaetigen oder
widerlegen wuerden, werden der Verteidigung bis heute vorenthalten.
Kevin di Gregori, musste 1996 zugeben, dass 1988 weiteres Entlastungsmaterial
unterdrueckt worden ist. Die Aussagen zweier ehemaliger Zellengenossen von
Dieter Riechmann - angeblich soll er ihnen die Tat gestanden haben - sind
mit einem erheblichen Straferlass fuer die Beiden "erkauft" worden. Im Prozess
hatte die Staatsanwaltschaft jegliche Absprachen dieser Art vehement bestritten,
heute liegt der Briefwechsel mit der Bitte um Haftverschonung vor, "...weil
sie sich so sehr um das Wohl der Vereinigten Staaten verdient gemacht haben".
Der Kronzeuge der Anklage, Walter Smykowsky, wird heute von den amerikanischen
Behoerden wieder per Haftbefehl gesucht. In einem Interview und einer eidesstattlichen
Versicherung erklaerte er vor einigen Wochen, was ihm von der Staatsanwaltschaft
fuer seine Aussage gegen Dieter Riechmann im Prozess 1988 versprochen worden
ist: Freiheit und Geld. Alle seine Aussagen seien ihm von Staatsanwalt di
Gregori in den Mund gelegt worden. "Er habe sie wiederholt wie ein Papagei,
damit er aus dem Gefaengnis raus kaeme."
Die Polizei in Miami hat sich zu keinem Zeitpunkt die Muehe gemacht, moegliche
Zeugen fuer den Tathergang zu suchen. Sie hatten ja ihren Taeter. Erst Jahre
nach der Tat ist es gelungen, genau diese Zeugen zu finden. Wochenlang hat
sich der Privatermittler Frank Clay (siehe Bild oben) im Auftrag
des Berufungsanwalts von Dieter Riechmann in der Drogenszene rund um den
Biscayne Boulevard herumgetrieben, bis er endlich Augenzeugen fuer die Vorgaenge
am 25.10.1987 gefunden hatte. Die Schilderung des Tathergangs deckt sich
mit der von Dieter Riechmann.
Der Hauptzeuge Hilton "Pookee" Williams hat vor der Kamera ueber die Ereignisse
vom Oktober 1987 geredet. Er berichtet nicht nur ueber den Tathergang, er
kennt auch den Namen des wahren Moerders, den er 1996 bei seiner Aussage
vor Gericht nicht preisgegeben hat. Heute denkt er anders darueber. Mit
seiner und Frank Clays Hilfe ist es uns gelungen, den wahren Taeter - Mark
Dugen (siehe Bild unten) - zu finden und mit ihm zu sprechen. In einem
zwanzigminuetigem Gespraech, auf Tonband aufgezeichnet und vor Zeugen, hat
Mark Dugen die Version Dieter Riechmanns vom Tathergang bestaetigt und zugegeben,
dass er bei einem missglueckten Raubueberfall den toedlichen Schuss abgefeuert
hat.
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